In der Druckweiterverarbeitung entscheiden oft kleine Details. Ein Fehlbogen im Buchblock / Broschur – und aus einer sauberen Auflage wird teure Makulatur. Der Schaden geht in solchen Fällen aber oft über den reinen Materialwert oder die schwindende Marge hinaus: Jeder Fehler bedeutet einen Vertrauensverlust und zieht im schlimmsten Fall sogar den Verlust wichtiger Kunden nach sich.
Daher fragen sich immer mehr Druckereien: Kann man Fehlbogen am Sammelhefter und Klebebinder automatisch erkennen? Lässt sich eine falsche Reihenfolge der Falzbögen im Buchblock / Broschur systematisch ausschließen? Die Antwort auf beide Fragen lautet ja. Wie das in der Praxis gelingt, zeigt unsere Nachrüstung eines Kamerasystems „PPL Eagle““ für die Nunnenmann GmbH – doch dazu später mehr.
Geringer Einrichtungsaufwand dank schneller, automatisierter Prozesse
Die Bedeutung von Kamerasystemen in der Weiterverarbeitung wird immer noch unterschätzt. Dabei macht jeder Mensch mal Fehler – gerade in einem Produktionsumfeld, wo Entscheidungen oft unter Zeitdruck zu treffen sind. Unser Kamerasystem wirkt wie ein zusätzliches Sicherheitsnetz: Die lückenlose optische Kontrolle versetzt Unternehmen und ihre Mitarbeiter in die Lage, Fehler zu erkennen, bevor sie teuer bezahlt werden müssen. Dass manche Druckereien der Nachrüstung trotzdem skeptisch gegenüberstehen, hat einen einfachen Grund: Sie befürchten einen hohen Aufwand für die Einrichtung. Dieses Argument lässt sich jedoch leicht entkräften: Wir haben schnelle, automatisierte Einlernprozesse etabliert, und verschiedene Bereiche auf den Bögen können separat eingerichtet werden. Das verkürzt die Zeit bis zum Anlaufen der Produktion.
Das leistet unser industrielles Kamerasystem „PPL Eagle“
„PPL Eagle“ ist eine Eigenentwicklung von PostPrintLeipzig. Das speziell auf Klebebinder, Zusammentragmaschinen (ZTM) und Sammelhefter ausgelegte System haben wir bereits auf internationalen Messen wie der DRUPA ausgestellt und es ist bereits bei mehr als 10 Kunden im Einsatz, auch auf dem schwer umkämpften US-Markt. Die Lösung
- überwacht die Bogenreihenfolge an Klebebindern, ZTM und Sammelheftern.
- erkennt fehlende oder falsch eingelegte Falzbogen und
- weist auf vertauschte Sprachversionen hin.
Pro Anleger bzw. Station wird eine Kamera verbaut, die Bilder und/ oder Barcodes erfasst. Wird ein Fehler erfasst, stoppt die Maschine oder schleust Fehlbogen aus. Die im Anschluss generierten Protokolldateien dienen als belastbare Nachweise für Audits. Zudem haben die verantwortlichen Akteure immer die LOG-Datei vorliegen, damit nichts vergessen wird.
Anwender können bei unseren Kamerasystemen zwischen zwei Betriebsarten wählen: dem optischen Abgleich mittels Bilderkennung und der Barcodeerkennung. Bei beiden Modi ist das automatisierte „Lernen“ von Parametern wie Belichtung, Kontrast und Position inklusive.
Die Lösung ist nicht nur für Druckereien relevant, sondern für alle Unternehmen und Dienstleister, die sich Null-Fehler-Toleranz auf die Fahnen geschrieben haben – zum Beispiel Akteure aus der Pharmaindustrie. Die Adleraugen von „PPL Eagle“ erkennen Fehler, bevor sie Konsequenzen haben können. Von der systematischen optischen Kontrolle der Druckbogen vor dem Binden profitieren jedoch alle Kunden, auch in weniger sensiblen Bereichen: Einmal installiert, hebt die Lösung generell das Qualitätsniveau eines Anbieters an.
Maximale Produktsicherheit am Sammelhefter: Case Study Nunnenmann GmbH
Das zeigt auch unser Referenzprojekt mit der Nunnenmann GmbH. Das 1986 in Herxheim bei Landau in der Pfalz gegründete Unternehmen folgt einem hohen Qualitätsanspruch, erkennbar an zahlreichen Zertifizierungen in den vergangenen Jahren (ISO 9001; FSC; Blauer Engel). Produktionsleiter Michael Nunnenmann, der die Druckerei seit April 2026 in zweiter Generation gemeinsam mit seinen Geschwistern Melanie, Dominik und Philipp führt, nachdem Firmengründer Dieter Nunnenmann sich in den Ruhestand verabschiedet hat, versteht das Qualitätsmanagement als einen kontinuierlichen Prozess. Dabei stellte er sich auch die Frage, wie sich die Produktsicherheit am Müller-Martini-Sammelhefter Presto E90 noch weiter steigern lässt. Eine Empfehlung führte ihn zu PPL, und wenig später erfolgte die kompakte Umsetzung: Am Presto E90 erfolgte die Nachrüstung von acht Kameras von Pepperl+Fuchs – eine pro Station. Flankierend wurden zusätzliche Lichtquellen installiert, damit die Kameras gestochen scharfe Bilder liefern können.
Die Entscheidung der Nunnenmann GmbH hat sich als richtig erwiesen: Die Makulatur- und Reklamationsquote konnte deutlich gesenkt und die Sicherheit des Produktionsprozesses insgesamt gesteigert werden.
Investieren auch Sie in das Vertrauen Ihrer Kunden!
Sie wollen die Qualität Ihrer Produkte systematisch verbessern und Fehleinlagen sowie Vertauschungen in Broschüren künftig automatisch erkennen? Wir beraten Sie gern zu Nachrüstung mit einem Kamerasystem für die Industrie. Mehr zum System finden Sie auf unserer Seite zum Kamerasystem PPL Eagle.
Den ausführlichen Fachbeitrag zum Projekt lesen Sie in der „Grafischen Palette“, Ausgabe 2/2026, S. 142/143.
